Nachdem es in den letzten Wochen aus unterschiedlichsten Gründen nicht mit der ersten Bergtour des Jahres geklappt hatte, war das "Bergfieber" schon ziemlich bedenklich in die Höhe gestiegen. Freier Freitag, bestes Bergwetter... nur, wo sollte es hin beziehungsweise wo sollte es hinauf gehen. Eher zufällig stieß ich am Donnerstagabend auf die Naunspitze; bei weiterer Recherche stand für mich schnell fest, dass es zum Zahmen Kaiser gehen würde. Knapp 1.150 Höhenmeter hörten sich zwar ziemlich knackig an, aber die Strecke von rund elf Kilometern schien mir genau richtig zu sein. Nachdem ich in der früh das halbe Haus auf der Suche nach meinen Grödeln auf den Kopf gestellt hatte (letztendlich musste ich feststellen, dass sie im Rucksack nur ins falsche Fach gerutscht waren), ging es um kurz vor neun (mit fast anderthalb stündiger Verspätung) endlich los in Richtung Kufstein. Den Parkplatz Kaiseraufstieg hatte ich eine gute Stunde später auch schon erreicht; das Parkticket kostet übrigens (faire) drei Euro (da ist man gerade in Bayern inzwischen ganz andere Preise gewöhnt). Zu Beginn geht es gleich über unzählige Stufen zügig bergauf (diese sollten am Ende der Tour als wahre Tortur ihr wahres Gesicht zeigen 😉). Nach etwa einer Viertelstunde wird es flacher, und man kann durch den sich lichtenden Wald sowohl die Festung Kufstein als auch den über ihr thronenden Pendling erblicken. Kurz nachdem ich den Veitenhof passiert hatte, teilte sich der Weg. Ich nahm, wie auf dem Wegweiser beschrieben, den linken (deutlich steileren) Weg in Richtung Vorderkaiserfeldhütte/Neunspitze; das rote Flatterband, das am Wegweiser etwas verloren baumelte nahm ich zwar war, das den dazugehörigen Zettel jedoch (wie etliche andere Wanderer auch) erst, nachdem ich rund dreihundert Meter später von einigen Waldarbeitern gestoppt und zum Umdrehen "genötigt" worden war. Ich kann ja verstehen, dass Baume gefällt werden müssen, und man dafür dann Forstwege sperrt, aber bitte kennzeichnet diese Sperrungen doch besser (ein Minizettel und ein rumbaumelndes Absperrband sind da nicht zwingend hilfreich). Sei's drum; weiter ging es durchs Kaisertal. Leider verpasste ich hinter dem Pfandlhof den direkten Aufstieg zur Ritzaualm (diesen wählte ich dann für den Abstieg; einen Wegweiser konnte ich allerdings auch da nicht ausmachen), was mir einen Umweg von rund drei Kilometern bescherte, wobei insbesondere der Aufstieg durch den Wald aufgrund der Ruhe und der hier vorherrschenden Blütenpracht einfach traumhaft war. Kurz nach der Vorderkaiserfeldhütte (die aufgrund von umfangreichen Sanierungsarbeiten bis voraussichtlich Ende 2026 geschlossen ist), wurde der Weg immer schneebedeckter, so dass es langsam aber sicher an der Zeit war, die Grödel aus dem Rucksack zu holen. Steil führte mich der teils eisige Pfad durch den lichten Bergwald zügig an die Wände der Naunspitze und des Petersköpfl heran. Von letzterem sollte ich erst (mehr oder weniger) im Sattel zwischen den beiden Gipfeln erfahren; rund vierzig Minuten "on top", da fiel die Entscheidung nicht sonderlich schwer... 😊 Letztendlich sollte mich die zusätzlichen (Höhen)Meter auf den Petersköpfl (1.745 Meter) in etwa dreißig Minuten kosten. Vom Gipfel hatte man nicht nur eine herrliche Aussicht auf das Mangfallgebirge, die Chiemgauer Alpen, den Wilden Kaiser und hinunter ins Inntal, sondern auch auf das latschenbewachsene Hochplateau, das den Hauptkamm des Zahmen Kaisers bildet und bis zur Pyramidenspitze reicht (sah im Schnee einfach traumhaft aus). Zurück am Sattel heißt es dann Grödel runter, da der steinige und steile Gipfelaufbau der Naunspitze (1.633 Meter) gänzlich schneefrei ist. Am markanten Gipfelkreuz (übrigens das, in meinen Augen schönere) mache ich abermals ein paar Minuten Pause, ehe es über die überaus schön gelegene Ritzaualm und den bereits beschriebenen Pfad über die Almwiesen wieder talwärts ging. Mit ordentlich brennenden Oberschenkeln erreichte ich nach rund sechzehneinhalb Kilometern und etwas mehr als tausendvierhundert bewältigten Höhenmetern wieder den Parkplatz. Alles in allem ein durchaus gelungener Start ins Bergjahr 2025.
out of hebertshausen
- die welt entdecken -
Samstag, 22. März 2025
Petersköpfl & Naunspitze 21. März 2025
Samstag, 16. November 2024
Spitzstein 15. November 2024
Obwohl es in den letzten Tagen zumindest in den höheren Lagen ein wenig geschneit hatte, waren die Bedingungen in den Bergen immer noch optimal; zudem hatte der Wetterbericht für den Freitag herrliches Wetter versprochen. Zusammen mit Stella und ihrer Kommilitonin Johanna, die quasi auf der Durchreise von Bayreuth zum Chiemsee war (passte ja perfekt zu dem von uns ausgewählten Spitzstein) war, startete ich um kurz nach acht in Richtung Chiemgau; unser Ziel, den Wanderparkplatz am Ortsende von Sachrang (unweit des Schweibernlifts gelegen) erreichten wir knapp eineinhalb Stunden später. Nachdem wir uns ein Parkticket (fünf Euro kostet das Tagesticket) geholt und unsere Wanderschuhe geschnürt hatten, konnte es auch schon losgehen. Nachdem wir ein paar Minuten einem breiten Weg entlang der Prien gefolgt waren, zweigte von diesem ein Wanderweg (Wegweiser "Spitzsteinhaus über Mitterleiten") ab. Über einen teils steil aufwärts führenden Pfad (der anfangs durch einen dichten Wald, später über Wiesengelände führt) gelangen wir alsbald zum Weiler Mitterleiten, den wir nach dem ersten Hof auch schon wieder verlassen. Nachdem wir noch ein kurzes Stück über Bergwiesen zurückgelegt hatten, tauchten wir in einen dichten Bergwald ein, wo wir auf dem steinigen Waldweg ordentlich an Höhenmetern gewinnen. An der Steinmoosalm wechselten wir erneut ins offene Gelände; von hier aus konnten wir auch schon unser nächstes Etappenziel, das Sitzsteinhaus, sehen. Selbiges hatten wir keine Viertelstunde später auch schon erreicht. An der ein paar Meter oberhalb gelegenen Altkaseralm legten wir eine kurze Pause ein, ehe wir uns an die letzten (rund) dreihundert Höhenmeter machten. Aufgrund der Tatsache, dass wir uns langsam aber sicher der Schneefallgrenze näherten, entschieden wir uns gegen einen Aufstieg über den Nordwandsteig (bei Nässe und Glätte wird hiervon allerorten abgeraten) und die damit verbundene Option eines Gipfelrundwegs. Und so ging es für uns auf teils ausgewaschenen Wegen über Almwiesen dem Gipfelhang des Spitzstein entgegen; ab hier wird es wieder deutlich steiler, der nun schrofige und holprige Weg schlängelt sich steil durch den Bergwald empor und führte uns zu guter Letzt durch eine Latschengasse zum Gipfelkreuz (1.596 Meter) und der daneben liegenden Gipfelkapelle hinauf. Während unserer fast einstündigen Pause (die Sonnenstrahlen und die herrliche Aussicht verlangten einfach danach; die hungrigen Mägen taten ihr übriges) sollte sich der (Boden)Nebel in Richtung Chiemsee auch immer mehr auflösen, so dass wir letztendlich den nahezu perfekten Rundblick (in nördlicher Richtung Hochries und Kampenwand, in westlicher Richtung die Bayerischen Voralpen, im Südosten erblickt man die Gipfel der Reiter Alm, die Loferer Steinberge und die Hohen Tauern und im Süden das Kaisergebirge) hatten. Den Abstieg traten wir auf dem selben Weg wie zuvor beim Aufstieg an. Unterwegs ärgerte mich noch ein riesiger Greifvogel, wollte dieser doch partout nicht von mir fotografiert werden... 😕 Auf dem Heimweg machten wir, wie eingangs erwähnt, noch kurz am Chiemsee halt, wo wir uns von Johanna verabschiedeten.
Abonnieren
Posts (Atom)
Petersköpfl & Naunspitze 21. März 2025
Nachdem es in den letzten Wochen aus unterschiedlichsten Gründen nicht mit der ersten Bergtour des Jahres geklappt hatte, war das "Berg...
-
Als ich mich Anfang September routinemäßig das erste Mal auf der " Wetterseite meines Vertrauens " den zu erwartenden Verhältnisse...
-
Seit ich im Fernsehen die Arte-Dokumentation "Zwischen Brenner und Bozen" gesehen hatte, in der die Wirtsfamilie der Schutzhütte L...
-
"Wien mal anders..." - ja, anders als sonst sollte unser Besuch in der Österreichischen Hauptstadt diesmal definitiv sein; unser e...