Nachdem es in den letzten vier Wochen mit den Bergen aus unterschiedlichsten Gründen nicht klappen sollte, musste es an diesem Wochenende endlich wieder "auffe" gehen. Von meiner erst kürzlich überarbeiteten Tourenliste hatte ich Tim, der mich begleiten wollte, drei Vorschläge zukommen lassen; seine Entscheidung viel relativ schnell auf den Kompar im Karwendel. Perfekt, war ich in der Ecke doch schon länger nicht mehr unterwegs. Um viertel nach sieben sammelte ich meinen Begleiter in Moosach ein. Obwohl die Strecke in die Eng kilometertechnisch nur unbedeutend weiter ist, als die ins Graswangtal (von wo aus wir zuletzt auf die Scheinbergspitze starteten), benötigten wir aufgrund der vielen Kilometer auf diversen Landstraßen (kurz nach Hinterriß sind für die Fahrt ins hintere Engtal übrigens sieben Euro Maut zu entrichten) knapp zwei Stunden (und somit fast eine dreiviertel Stunde länger). Aber schon der Ausblick ab dem Sylvensteinspeicher "rechtfertigt" die deutlich längere Anreisezeit... Bei unserer Ankunft am Parkplatz 8 bei den Hagelhütten präsentierte sich die umliegende Bergwelt, die man im übrigen als durchaus imposant bezeichnen kann, nicht zuletzt aufgrund der Schneefälle der letzten zwei Tage weitgehend im winterlichen Gewand. Vom Parkplatz aus führte uns der Weg das erste Stück über einen zunehmend steileren Forstweg (zum Hasentalalm-Niederleger), ehe es nach etwa zwei Kilometern auf einem Pfad (gleich zu Beginn überquert man den Hasental-bach in unmittelbarer Nähe eines rauschenden Wasserfall) weiter hinauf zum Mittelleger (dieser ist nicht bewirtet; im Sommer erwarten den durstigen Wanderer jedoch kalte Getränke, die man gegen einen kleinen Obolus aus dem Brunnen nehmen kann). Kurz vor wir diesen erreichten, sahen wir nicht nur die ersten anderen Bergsteiger, sondern auch auch eine Gämseherde etwas oberhalb. Etwa auf halbem Weg zwischen Mittel- und Hochleger passieren wir dann die Schneefallgrenze; der weitere Aufstieg war jedoch bis auf ein paar kleinere, etwas knifflige Stellen problemlos zu meistern. Nachdem wir den Verbindungskamm zwischen Kompar und Satteljoch (hier trennen sich die Wege in Richtung Kompar/Tölzer Hütte/Schafreuter, Plumsjochhütte und Plumsjoch/Mondscheinspitze) passiert hatten, durften wir auf jungfräulicher Schneedecke den Weg über den schwach ausgeprägten Rücken dem Gipfelaufbau entgegenschreiten. Das letzte Stück zum Gipfel führte uns über einem schottrigen steilen Pfad hinauf zum kleinen aber dennoch schönen Gipfelkreuz des Kompar (2.011 Meter). Hatte es kurz vor Erreichen des Gipfel noch ordentlich gegraupelt, sollten wir wenig später in der Sonne unsere Brotzeit und die herrliche Aussicht über das Engtal und die imposanten Gipfel des Karwendel (in der Ferne sieht man zudem das Mangfallgebirge, die Brandenberger Alpen, das Kaisergebirge, das Rofangebirge, die Kitzbühler Alpen und die Hohen Tauern) genießen; traumhaft! Pünktlich zum erneut einsetzenden Schneefall zogen wir dann (nach einer guten halben Stunde) weiter in Richtung Plumsjoch (für den Gipfelabstieg wählen wir den nicht markierten Weg entlang des Grates, der aber auch bei den vorherrschenden Verhältnissen gut zu bewältigen war). Unterwegs treffen wir auf ein paar bereits aktive Murmeltiere (ohne Tims scharfes Auge wäre ich vielleicht an den lustigen Kerlchen vorbeigelaufen), was uns eine weitere Pause bescherte... 😊 Leider sollten wir wenig später (dank fehlender Markierungen) ein wenig vom Weg abkommen, was uns ein paar "Extrameter" durch die Botanik bescherte (solltet ihr auch mal in den Genuss kommen, bei teils schneebedeckten Wegen zwischen Kompar und Plumsjoch unterwegs zu sein, so haltet euch am kleinen See unterhalb des Satteljoch einfach links des Wassers), ehe wir wieder auf den Richtigen Weg kamen. Die letzten Meter hinauf zum zweiten Gipfel (1.921 Meter) des Tages sollten uns noch einmal die Schweißperlen auf die Stirn treiben; als Belohnung sollte es aber abermals aufreißen, so dass sich uns abermals ein herrliches Panorama offenbarte. Nach einer kurzen Pause machten wir uns vorbei an der Plumsjochhütte über Pfade (zu Beginn und am Ende; gerade die letzte Etappe machte noch mal so richtig Spaß) und Forstwege (zogen sich leider etwas) auf den Weg zurück in Tal. Rund sechseinhalb Stunden nach unserem Aufbruch am Vormittag endete eine überaus gelungene Tour. Vom frisch gefallenen Schnee war (beim Abstieg) am Nachmittag übrigens nichts mehr zu sehen! Nachdem wir uns noch ein paar Minuten am Rißbach gemütlich gemacht hatten, wurde es langsam aber sicher Zeit den Heimweg anzutreten.
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Montag, 19. Mai 2025
Samstag, 19. September 2020
Schöttelkarspitze/Soiernspitze 19. September 2020
Nach der Benediktenwand in der Vorwoche, stand mit der Soiernspitze die nächste "ordentliche" (und vor allem lange) Bergtour auf dem Programm. Eigentlich wollte ich mich bereits um halb vier auf den Weg in Richtung Berge machen, letztendlich saß ich aber erst um kurz nach vier im Auto... Um zwanzig vor sechs hatte ich mein erstes Etappenziel, den Parkplatz am Seinsbach erreicht. Schnell die Bergschuhe an, Rucksack auf den Rücken, Stirnlampe an (diese war zumindest für die ersten knapp zwei Kilometer unabdingbar) und los...
Bis zur Ochsenalm geht es auf einer bereiten Forststraße in Richtung Vereineralm, ehe es linkerhand über "Stock und Stein" den Felderngraben steil nach oben zur Schafskehre. Etwa fünfzig Meter unterhalb des Sattels "stoße" ich zum ersten (aber beileibe nicht letzten) Mal an diesem Tag auf ein Gämsherde. Herrlich! Während im Tal noch die letzten Nebelschwaden hängen, kommt hier oben langsam aber sicher die Sonne raus... Ich wandere auf dem Grat entlang weiter zum Federnkreuz (unterwegs werde ich doch wirklich von einem weiteren Frühaufsteher überholt; passiert mir eher selten), wo ich mich spontan für den kleinen aber durchaus feinen Abstecher zur Schöttelkarspitze entscheide (tja, wenn man schon mal hier ist, kann man diesen ebenfalls beeindruckenden Gipfel auf jeden Fall mal "mitnehmen"). Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit ist hier - wie auch an etlichen anderen Stellen der durchaus nicht zu unterschätzenden Tour - auf jeden Fall von Nöten. Kurz Unterhalb des markanten Gipfel kommt mir ein weiterer Frühaufsteher entgegen, der sich zwanzig Minuten später als Paragleiter entpuppt (bei dieser herrlichen Aussicht und dem geilen Wetter wäre ich gerne mitgeflogen). Oben angekommen genieße ich rund eine viertel Stunde die sensationelle Aussicht auf Walchensee, Starnberger See, Sylvensteinspeicher, Wettersteingebirge und das gesamte Karwendel, ehe ich mich wieder auf den Weg mache. Zurück zur Schöttelkarscharte und weiter über den Grat an der Reißenden Lahnspitze vorbei dem markanten (pyramidenförmigen) Gipfel der Soiernspitze entgegen. Rund vier Stunden sind vergangen, als ich meine (diesmal sehr üppige) Brotzeit am Fuße des hölzernen Gipfelkreuzes auspacke. Rund zwanzig Minuten habe ich hier für mich ganz allein (Zeit die Seele in aller Ruhe baumeln zu lassen!), ehe nach und nach die ersten Wanderer von der Vereineralm heraufkommen. Zeit für mich, langsam aber sicher den Rückweg anzutreten (nicht aber ohne zuvor noch einmal hinab auf den Soiernsee und das Soiernhaus geblickt zu haben). Dieser führt mich auf steilen Pfaden hinab zur Vereineralm (innerhalb einer Stunde legt man knapp über 1.400 Höhenmeter zurück!), die ich aber links liegen lasse. Da ich keine große Lust verspüre stupide den Forstweg zurück zum Parkplatz zu laufen, packe ich noch den (auf der anderen Seite des Seinsbach verlaufenden) Jägersteig "on top". Hier kann ich wenigstens die inzwischen recht knapp gewordenen Trinkvorräte hervorragend auffüllen. Nach etwas mehr als sieben Stunden, rund tausendneunhundert Höhenmetern (einfach) und einundzwanzig Kilometern bin ich wieder zurück am Parkplatz. Schnell noch den schmerzenden Hax'n ein regenerierendes Bad im Seinsbach gegönnt, und schon befand ich mich auch schon wieder auf dem Weg in Richtung Heimat...
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