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Sonntag, 15. September 2024

27. Südtirol Drei Zinnen Alpin Run 14. September 2024

Als ich mich Anfang September routinemäßig das erste Mal auf der "Wetterseite meines Vertrauens" den zu erwartenden Verhältnissen beim 27. Südtirol Drei Zinnen Alpin Run beschäftigte, war die Welt noch in Ordnung; zwar sollte es im Gegensatz zum ersten Septemberwochenende deutlich kühler und auch nicht mehr so schön sein, aber dennoch alles im Rahmen... Eine Woche später sollte die Welt leider (ganz) anders ausschauen; Temperatursturz im kompletten Alpenraum, dazu erhebliche Niederschläge. Zu diesem Zeitpunkt hoffte ich (zusammen mit allen Beteiligten - Verantwortlichen, freiwilligen Helfern und natürlich den Athleten), dass eine "normale" Durchführung des Laufs möglich wäre. Die Bilder der Webcam an der Dreizinnenhütte machten aber spätestens am Donnerstagvormittag all meine Hoffnungen zu Nichte; der "Winter" hatte Einzug in den Dolomiten gehalten. Mittags kam dann auch die offizielle Info, dass zum zweiten Mal in der Geschichte des Drei Zinnen Alpin Run auf die Alternativstrecke hinauf zur Gipfelstation des Helmjet ausgewichen werden muss. "Es wäre unverantwortlich, wenn wir die Athletinnen und Athleten bei sochen Bedingungen auf 2.500 Meter Meereshöhe hinaufschicken würden. Die Sicherheit hat absolute Priorität und deshalb war diese Entscheidung, die wir am Mittwochabend im Rahmen einer Organisationskomitee-Sitzung nach eindringlichem Studium der verschiedenen Wetterberichte getroffen haben, unumgänglich" - so die Worte des Präsidenten des Alpenverein Sextner Dolomiten Alfred Prenn. Natürlich war die erste Enttäuschung groß, ist dieser Berglaufklassiker vor wahrlich einmaliger Kulisse mein persönliches Sporthighlight eines jeden Jahres, aber wenn man es ganz nüchtern betrachtet, war die Verlegung auf die Alternativstrecke die einzig richtige Entscheidung; in meinen Augen auch deutlich besser als die von einigen Teilnehmern geforderte Absage - an dieser Stelle denke ich nicht nur an die vielen Stunden, die die unzähligen Helfer bereits investiert hatten oder an den finanziellen Aufwand, den die Veranstalter zu stemmen haben, sondern auch an die Teilnehmer, die rund um den Drei Zinnen Lauf (bereits) Unterkünfte in Sexten und Umgebung gebucht hatten.

Auch wenn man die knapp zehn Kilometer lange Strecke von Sexten hinauf zur Bergstation des Helmjets (mit immer noch 789 Höhenmeter) auf keinen Fall mit der Originalstrecke (hier sollten ab diesem Jahr 17,9 Kilometer und 1.354 Höhenmeter bewältigt werden) vergleichen kann, wartete eine immer noch "knackige" Aufgabe auf die verbliebenen Athleten; von 717 gemeldeten bergbegeisterten Läufern sollten sich letztendlich 536 nicht von den widrigen Witterungsverhältnissen und der zugegebenermaßen unspektakuläreren Route "abschrecken" lassen.

Mit einer breitgefächerten Palette an Laufklamotten (kurz, lang, dünn, dick... kurzum, ich hatte keine Ahnung, was denn für diesen Samstag das Richtige sein sollte) machte ich mich am Freitagnachmittag auf den Weg über den (noch oder wieder) schneefreien Brenner. Um kurz nach acht durfte ich meine Startnummer und den Kleidersack im Haus Sexten von den freundlichen und wie immer hilfsbereiten Helfern entgegennehmen; schnell den "Give-Away"-Beutel gegen warme Klamotten getauscht, den Kleidersack zurück gebracht und schon war der "offiziellen" Teil des Abends erledigt. Auch diesmal sollte es zum Abendessen eine Pizza Diavola aus dem Ristorante Erich geben, ehe ich einmal mehr mein Nachtquartier auf dem Parkplatz vor dem Helmjet aufschlagen sollte. 

Nachdem die Verantwortlichen den Start aufgrund der deutlich kürzeren Alternativroute um eine Stunde nach hinten verlegt hatten, ließ ich es am nächsten Morgen ganz ruhig angehen. Wie gehabt führte mich mein erster Weg zur Bäckerei Trenkler, ehe ich mit einem leckeren Kaffee in der Hand noch ein wenig durch Sexten schlenderte. Zurück am Parkplatz galt es die "richtigen" Anziehsachen für das Rennen zu finden; letztendlich sollten die Dreiviertelhose unter der ursprünglich geplanten Laufhose und ein halbwegs warmer Sportsweater über dem Laufshirt für die notwendige Wärme sorgen... Knapp zehn Minuten vor dem Startschuss gesellte ich mich letztendlich zusammen mit den knapp fünfhundertfünfzig Athletinnen und Athleten im Startbereich ein; eine gewisse Vorfreude trotz der widrigen Bedingungen hatte zu diesem Zeitpunkt längst Einzug gehalten! Natürlich wurden auch diesmal die letzten zwei Minuten vom Gros der Läufer freudig mit hocherhobenen Händen eingeklatscht; und schon befanden wir uns auf der knapp zehn Kilometer langen Strecke hinauf zur Bergstation des Helmjet. Auf die Dorfrunde wurde dieses Jahr (wie auch für die "Originalstrecke" geplant - statt der Dorfrunde sollte die neue Strecke direkt vom Haus Sexten nach Moos und weiter in Richtung Lienerstall bis zur Festung Heideck und von dort aus über die Lärchenwiesen des Fischleintals zur Fischleinbodenhütte führen - dies hätte ein plus von 400 Metern und 21 Höhenmetern ergeben) verzichtet, und so führte uns die Panoramastrecke über Moos (nachdem wir den Ort über den Helmweg verlassen hatten, wechselte der Untergrund von Asphalt auf Schotter; später sollte es auch für kurze Zeit über Stock und Stein gehen - aber bei Leibe kein Vergleich zum Weg von der Talschlusshütte über Zsigmondyhütte und Büllelejochhütte zur Dreizinnenhütte) hinauf zum Helmrestaurant; Verpflegungsstationen gibt es unterwegs an der Helmhanghütte und an der Lärchenhütte. An dieser Stelle möchte ich meinen Hut vor allen freiwilligen Helfern an den Verpflegungsstationen und auf der Strecke ziehen; bei dieser Kälte (und dem teils echt fiesen Wind) über Stunden im Freien zu verharren ist aller Ehren wert! Mit einer Zeit von 1:13:28 (im Nachhinein muss ich sagen, dass bestimmt ein paar Minuten weniger möglich gewesen wären, hätte ich die Strecke gekannt - bisweilen war ich mit "angezogener Handbremse" unterwegs, aus Angst "unnötig Körner zu verschießen") sollte ich die Ziellinie letztendlich überqueren. Um dem eisig kalten Wind zu entgehen, verzog ich mich alsbald in den Eingangsbereich des Helmrestaurant; ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie kalt es oben an der Dreizinnenhütte (wo man sich ja bekanntlich im Freien umziehen muss) gewesen wäre...

In den folgenden drei Stunden wechselte ich immer mal wieder zwischen Restaurant und Sonnenterrase (von der man eine herrliche Aussicht auf die Sextener Bergwelt hatte, es aber aufgrund der Temperaturen nicht wirklich lange aushalten konnte), ehe es mit dem Helmjet (für alle Athleten gab es eine kostenlose Talfahrt) wieder talwärts ging; im Gegensatz zum Abstieg von der Dreizinnenhütte durchs Altensteintal ein wahrer Hochgenuss (sowohl meine Oberschenkel als auch das linke Knie haben Freudensprünge gemacht 😉). Fanden "Pastaparty" und Siegerehrung in den letzten Jahren immer vor dem Haus Sexten statt, wurde beides in diesem Jahr ins Warme verlegt. Bei den Damen triumphierte auch in diesem Jahr die Italienerin Sara Bottarelli (mit einer Zeit von 52:53), die jetzt gemeinsam mit der Tschechin Anna Pichrtova Rekordsiegerin des Drei Zinnen Alpin Run ist, während Filippo Barizza (47:01) im siebenundzwanzigsten Anlauf endlich den Olymp erklimmen konnte.

Abschließend möchte ich mich beim Organisationskomitee (das es dieses Jahr definitiv nicht leicht hatte), den zahllosen Helfern, Fabian Watschinger und Hannes Kröss für das "Versorgen" mit Informationen bedanken. Auf ein Neues im kommenden Jahr; dann hoffentlich wieder auf der Originalstrecke hinauf zu den Drei Zinnen!
























Meine "harten" Fakten

Start: 10:00
Ziel: 11:13:28 - 23. Altersgruppe M45 - 170. Overall

Teilnehmer Männer Altersgruppe M45: 50 (50 im Ziel)
Teilnehmer Manner Overall: 366 (362 im Ziel)

Sonntag, 10. September 2023

26. Südtirol Drei Zinnen Alpin Run 9. September 2023

Es war wieder soweit, mit der 26. Auflage des Südtirol Drei Zinnen Alpin Run stand mein persönliches Sporthighlight auf dem Programm. Obwohl ich in den vergangenen zwölf Monaten wieder deutlich über 1.500 Laufkilometer absolviert hatte, mischten sich in den Tagen vor der Abreise nach Sexten mitunter auch Zweifel am eigenen Leistungsvermögen; dies lag einerseits an (aus meiner Sicht) zu wenigen Laufeinheiten in de Bergen (diese lagen zudem schon ein paar Monate zurück), andererseits an den Folgen des Jetlag der vorangegangenen USA-Reise (obwohl wir bereits seit einer Woche wieder im Lande waren, spielte mein Körper immer wieder mal verrückt)... 

Und so machte ich mich mit gemischten Gefühlen am Freitagnachmittag auf den Weg in Richtung Hochpustertal, wo ich aufgrund teils zähflüssigen Verkehrs erst gegen halb neun eintraf. Im Haus Sexten wurden wenig später Startnummer und Kleidersack (letzteren konnte ich wenig später wieder beim überaus freundlichen und vor allem hilfsbereiten Organisationsteam wieder abgeben) abgeholt. Auch diesmal gab es für jeden der  knapp siebenhundert Teilnehmer eine "Give-Away"-Tüte, gefüllt mit Südtiroler Spezialitäten und Armlinge des Sponsoren Skinfit. Nachdem ich mir, wie auch schon im letzten Jahr, noch schnell eine Pizza Diavola (Pizzeria Ristorante Erich) geholt hatte, wurde es langsam aber sicher Zeit mein Nachtquatier auf dem Parkplatz der Helmbahn aufzuschlagen. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als am Abend der Himmel erst nach und nach aufklarte, konnte diesmal wieder ein sensationeller Sternenhimmel bewundert werden (in diesem Zusammenhang wäre eine Nacht auf der Dreizinnenhütte bestimmt ein Highlight; zumal man dann ja auch noch sowohl einen Sonnenuntergang als auch einen Sonnenaufgang miterleben darf).

Eine gewisse Anspannung (gepaart mit Vorfreude) konnte ich am nächsten Morgen nicht von der Hand weisen. Was gibt es da besseres, als sich an altbekannte Muster zu klammern? Und so machte ich mich erstmal auf den Weg zur Bäckerei Trenkler, ehe ich mit einem herrlich duftenden Kaffee in der Hand entlang der Laufstrecke durch Sexten zurück zum Parkplatz schlenderte. Aufgrund der um eine Stunde vorverlegten Startzeit (von bis dato zehn auf neun Uhr) wurde es langsam aber sicher Zeit sich auf das bevorstehende Abenteuer vorzubereiten... Knapp zehn Minuten vor dem Startschuss fand ich mich letztendlich in der Meute der knapp siebenhundert Athletinnen und Athleten ein; obwohl ich mich von der hier vorherrschenden Vorfreude durchaus anstecken ließ, schaffte ich es nicht alle (Selbst)Zweifel über Bord zu werfen. Wie auch schon im Vorjahr wurden die letzten zwei Minuten vom Gros der Läufer freudig mit hocherhobenen Händen eingeklatscht; wenig später befanden wir uns auch schon auf der siebzehn Kilometer langen Strecke - der zuvor schon erwähnten Dorfrunde (aufgrund des vorverlegten Start hatten sich zumindest hier deutlich Weniger Zuschauer als noch im Vorjahr eingefunden; schade, denn jede Anfeuerung und jeder Klatscher schafft es, noch ein paar mehr Prozent aus einem heraus zu kitzeln) folgten die Streckenpunkte Moos (ein paar Minuten später wechselt der Untergrund von Asphalt auf Schotter; der Wegweiser zeigt dem Wanderer an dieser Stelle übrigens noch drei Stunden vierzig bis zu Dreizinnenhütte), Fischleinbodenhütte (mit der ersten Verpflegungsstation - ein Becher Wasser in den Nacken, einer um den Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten 😉) und Talschlusshütte (zu diesem Zeitpunkt liege ich, entgegen der eigenen Erwartung noch richtig gut in der Zeit - auf den "nahezu perfekten Lauf" des Vorjahres hatte ich keine dreißig Sekunden verloren), ehe mich rund einen halben Kilometer später der anspruchsvolle Teil der Strecke erwartete. Auf den knapp fünf Kilometern hinauf zum Büllelejoch (vorbei an der Zsigmondyhütte und der Büllelejochhütte - hier erwarten den "geplagten" Läufer die Versorgungspunkte drei und vier) gilt es 980 der insgesamt 1.333 (positiven, wie es in der Läufersprache doch so schön heißt) Höhenmeter zu bewältigen. Wie im Vorfeld befürchtet schwanden hierbei meine Kräfte von Minute zu Minute (bis zur zweiten Zwischenzeit machte sich das "zeittechnisch" noch nicht sonderlich bemerkbar) und ich musste etliche Läufer an mir vorbeiziehen lassen. Der "wilde Ritt" hinunter in Richtung der Bödenseen beanspruchte meine Oberschenkel diesmal derartig, dass ich auf den letzten zwei Kilometern permanent das Gefühl hatte, unmittelbar vor einem Krampf zu stehen; um diesen zu verhindern ging ich nicht mehr voll an die Belastungsgrenze heran (schließlich zählt für mich in erster Linie, die Strecke heil zu meistern - auch wenn man im Vorfeld doch immer eine gewisse Vorstellung bezüglich der Zeit hat)... Letztendlich sollte ich die Ziellinie (definitiv die mit der schönsten Aussicht!) mit einer Zeit von 2:35:47 (gewünscht hatte ich mir eigentlich eine Zeit unter zweieinhalb Stunden - dass es diesmal schier unmöglich werden würde, die Zeit aus dem Vorjahr zu unterbieten, war mir schon im Vorfeld bewusst) überqueren. Wie auch schon bei den beiden vorherigen Läufen sollte mich der Blick zurück zu den Drei Zinnen für all die Anstrengung entschädigen; überhaupt hilft einem die traumhafte Kulisse, die sich einem während der gesamten Stecke offenbart, sich immer wieder zu puschen!

In den folgenden knapp drei Stunden genoss ich zusammen mit Tina und Markus (die beiden hatten sich von Kaltern aufgemacht, um mich seelisch und moralisch zu unterstützen) bei schönstem Spätsommerwetter die herrliche Bergwelt der Sextner Dolomiten; natürlich ließen wir auch diesmal die durchwegs positive Stimmung im Zielbereich (wo alle "Neuankömmlinge" auch dieses Jahr von den anwesenden Zuschauern, sowie einer Vielzahl der bereits angekommenen Athleten angefeuert/gefeiert wurden) auf uns wirken... 

Während sich die beiden "Wahlkalterer" anschließend wieder auf den Weg zur Auronzo Hütte (die beiden waren von Toblach aus mit dem Shuttlebus angereist) machten, stand mir noch der Abstieg durchs Altensteintal bevor. Zum Glück hatten sich meine Oberschenkel in der Zwischenzeit einigermaßen erholt, so dass ich den Weg ins Tal flotten Schrittes antreten konnte (kurz vor der Talschlusshütte gönnte ich meinen Beinen noch ein kaltes Bad im Altensteiner Bach 😉). Im Gegensatz zum letzten Jahr klappte diesmal alles mit dem Shuttlebus vom Fischleintal zurück nach Sexten. Schnell die durchgeschwitzen Klamotten gegen "legere" Kleidung getauscht, und schon ging es weiter zur "Pastaparty" - die Siegerehrung hatte ich aufgrund der diesmal längeren Pause leider knapp verpasst. Bei den Damen setzte sich, wie auch schon im Vorjahr, Sara Bottarelli (mit einer Zeit von 1:47:00) durch (die Lokalmatadorin Agnes Tschutschenthaler musste sich, wie auch in den Vorjahren, mit den zweiten Rang genügen), während der Südtiroler Hannes Perkmann (1:27:41) den Vorjahressieger Cesare Maestri (1:28:07) "vom Thron stoßen" konnte.

Auch diesmal gebührt der abschließende Dank dem Organisationskomitee, den rund dreihundert Helfern, Fabian Watschinger (schon Dich persönlich kennen zu lernen), sowie Hannes Kröss für das "Versorgen" mit Informationen.

Den 14. September 2024 hab ich mir bereits dick im Kalender angestrichen!



































Meine "harten" Fakten

Start: 09:00
Talschluss: 09:43:00 - 10. Altersgruppe M45 - 115. Overall
Zsigmondy: 10:32:59 - 17. Altersgruppe M45 - 159. Overall
Ziel: 11:35:47 - 29. Altersgruppe M45 - 230. Overall

Teilnehmer Männer Altersgruppe M45: 69 (69 im Ziel)
Teilnehmer Manner Overall: 460 (460 im Ziel)

Seebergkopf 14. März 2026

Da der Freitag aus diversen Gründen als (wöchentlicher) Bergtag nicht in Frage gekommen war, hatte ich das Thema Berge für dieses Wochenende...